Γεια σας Ελλάδα

… oder „Hallo Griechenland“

(mehr Bilder gibt es wie immer hier)

Das schöne an einem nicht-existierenden Plan ist, das man sich auch nicht daran halten muss. Da der Wetterbericht auch für die kommenden Tage nicht viel besser aussieht beschliessen wir den netten Campingplatz in der Nähe von Corigliano aufzugeben und weiter in Richtung Bari zu fahren. Die Auswahl an offenen Plätzen ist sehr gering aber wir finden noch einen in Alberobello, ca. 50 Km südlich von Bari.  Auf der Fahrt werden wir immer wieder von heftigen Schauern überrascht die aber aufhören je näher wir der Stadt mit den Zipfelmützenhäusern kommen. Der Campingplatz, nur 1 Km vom Zentrum entfernt,  macht einen super Eindruck. Freie Platzwahl und ein freundlicher Empfang haben uns überzeugt. Wie überall in Italien wimmelt es auch hier von allzu zutraulichen Katzen was uns nicht stört aber Joiz total nervt.

Die Trulli von Alberobello, gehören zu den 54 italienischen Stätten der Unesco World Heritage List. Der Name dieser Kegelbauten kommt aus dem Altgriechischen „τρούλος”, das Kuppel bedeutet und sich auf die Rundbauten aus Trockenmauerwerk bezieht, die dank der zahlreichen Kalksteinberge in der Hochebene der Murge gebaut werden konnten. Die Tradition besagt, dass die besondere Bauart ohne Mörtel auf ein Gesetzt zur Zeit der Grafen von Conversano zurückzuführen ist. Diese erlaubten den Bauern nur diese Bauten zu errichten, um eine vom Königreich von Neapel erlassenen Steuer für jede neuer errichtete Siedlung umzugehen.

So wurden diese Bauten als temporär gesehen, die leicht abgebaut werden konnten und so nicht von der Steuerpolitik betroffen waren (Anm: Die Veranlagung sich vor Steuern zu drücken war also auch schon zu dieser Zeit sehr ausgeprägt. Schade eigentlich das sich diese Regelung nicht in unsere Zeit gerettet hat, denn das würde die Stadtplanung um einiges interessanter gestalten.) Die Trulli sind jedoch alles andere als temporär-Bauten. Ihre innere, kompakte Struktur ist Symbol einer unglaublichen Baustatik, ganz und gar nicht alt und primitiv und noch beeindruckender ist die Feststellung, dass diese Bauten noch vor der Entstehung der Stereotomie errichtet wurden, die Wissenschaft, die für die Stabilität der Durchschnitte und Oberflächen von Strukturen garantiert.

Die Trulli werden auf einer fast kreisförmigen Natursteinbasis errichtet, auf deren Grundriss das dicke Mauerwerk aufgestellt wird. Die rechteckigen Innenräume werden aus dem Naturstein gewonnen und verteilen sich um das zentrale Hauptzimmer. Die Dicke der Wände und die wenigen Fenster bieten eine gute thermische Isolierung der Innenräume, die im Winter Wärme und im Sommer Frische im Inneren garantieren. Das Steindach vejüngt sich nach oben hin in einem Kraggewölbe aus Kalkplatten, die sogenannten „Chianche“ (im Inneren) und „Chiancharelle“ (im Äußeren).

Eine sehr wichtige Rolle trägt auch der Schlussstein des Gewölbes, der oft mit weißen Symbolen,  esoterischen, spirituellen und abergläubischen Charakters bemalt ist. Einfallsreich ist außerdem das Kranzgesims, durch das, sowohl in der Antike, als auch heute, das Regenwasser in Zisternen gesammelt wurde. Die Trulli von Alberobello sind ein einzigartiges Exemplar.

Die Trulli sind deshalb auch ein besonders beliebtes Ziel für Touristen welche in grosser Anzahl durch die schmalen Gassen strömen. Joiz sei Dank, nutzen wir die frühmorgendlichen Spaziergänge um die Trulli menschenleer und mystisch zu erlaufen. Einige der Cafes haben schon um 7:00 Uhr geöffnet, so das wir gestärkt von einem Cornetto mit Cappuccino den Weg zurück zum Campingplatz treten.

Alberobello

Leider hat uns nach 3 Tagen der Regen auch in Alberobello eingeholt so das sich unsere Entscheidung nach Griechenland weiterzufahren als gut erweist.  Dank der der netten Mitarbeiter vom ADAC-Fähren Service fand sich Schiff inkl. Aussenkabinen von Bari nach Igoumenitsa in die auch Joiz Einlass findet. Wir packen also am frühen Morgen und bei einsetzendem Regen unsere 7 Sachen zusammen und machen uns auf den Weg in Richtung Bari. Vorher geht es noch schnell zu Levante Camping in Modugno um dort unsere fast leere Camping-Flasche gegen eine volle auszutauschen. Wir haben dreifaches Glück: 1. der Händler existiert noch, 2. er ist immer noch Campingaz Vertragspartner und 3. er hat noch eine volle Flasche in der richtigen Grösse. Mit frischem Gas und vollem Tank fahren wir zuerst zum Hafen die Tickets abholen und anschliessend zu einer ausgedehnten Tour durch die Innenstadt. Anfangs noch im Regen lässt dieser aber gegen 14:00 nach und wir erleben Bari in einem Mix aus Sonne und Wolken.

Wie kaum eine andere italienische Stadt hat Bari zwei völlig verschiedene Gesichter: auf der ins Meer ragenden Halbinsel die Altstadt mit ihrem labyrintischen Gewirr von engen Gassen, in denen man sich manchmal wie in einer arabischen Kasbah fühlt – dort scheinen die Straßen weniger der Öffentlichkeit, sondern eher dem privaten Lebensraum der Bewohner zu gehören. Auf der anderen Seite die moderne Neustadt mit ihren schachbrettartig angelegten Straßenzügen. Dazwischen die breite Flanierallee Corso Emanuele II, die die beiden Teile strikt voneinander abtrennt. In der Altstadt niedrige Häuser und kleine Läden, in der Neustadt prächtige Bürgerhäuser und elegante Geschäfte, wo diejenigen, die in der Altstadt wohnen, kaum je gesehen werden. Obwohl die inzwischen sauber gepflegte Altstadt in den letzten Jahren weitgehend saniert wurde, ist die Trennung zwischen arm und reich deutlich spürbar. Die Altstadt besitzt zweifellos den grösseren Charme und bietet architektonisch und kulturell reichliche Anreize den viele Monumente der Vergangenheit wurden restauriert.

Bari

Vorausschauende Stadtplanung ist in vielen italienischen Großstädten in den letzten Jahrzehnten Mangelware gewesen und Bari ist ein gutes Beispiel dafür: außerhalb des Zentrums ist die hemmungslose Zersiedelung und der Wildwuchs von anonymen Wohnvierteln und industriellen Gebäuden gut sichtbar. Ein extremes Beispiel dafür war der Bau eines riesigen Hochhaus-Wohnkomplexes am Meer (Punta Perotti) in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts, der die schöne Strandpromenade kilometerweit unsäglich verschandelte und der nach jahrelangen Prozessen schließlich wieder gesprengt wurde – zum großen Glück für die sehenswerte Stadt Bari.

Das Boarding für die Fähre nach Igoumenitsa verläuft reibungslos und wir dürfen bereits um 17:00 Uhr an Bord obwohl die Abfahrt erst für 19:30 geplant ist. Die Kabine ist gewohnt eng aber sauber und komfortabel und nach einem guten Abendessen fallen wir in einen guten, wenn auch kurzen Schlaf. Um 5:00 morgens (4:00 italienischer Zeit) erreichen wir Igoumenitsa und fahren gleich weiter nach Preveza.  Griechenland empfängt uns mit wolkenlosem Himmel uns angenehmen 20 Grad. Nach einem super Frühstück in Preveza (mit einem saugut schmeckenden  Gebäck dessen Namen wir uns weder aussprechen noch merken konnten) und einem Bummel (mit erneutem Kaffee) durch das wunderschöne Lefkada geht es gegen Mittag weiter nach Glyfa in der Nähe von Vartholomio. Ionion Beach Camping ist die Empfehlung einer ehemaligen Kollegin und hat sich sofort einen Platz in unserer Bestenliste ergattert. Super gepflegt, tolle Sanitäranlagen und einen Platz direkt am Strand. Was wollen wir mehr. Hier bleiben wir für’s Erste.

Ferry to Greece

One Life. Live It!

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