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Toskana, Eifel und Hitzewellen

Gleisweiler

Kaum zurück vom letzten Roadtrip, beginnt es schon wieder im rechten Fuß zu jucken. Genauer gesagt im Gasfuß. Offenbar reichen zwei Wochen zu Hause, um das Fernweh wieder auf ein ungesundes Maß hochzufahren. Und was könnte es Schöneres geben, als mitten in diesem Hammersommer in die Toskana zu fahren?
Na gut – eigentlich fahren wir gar nicht bis in die Toskana.

Wir fahren nach Gleisweiler.

Die kleine Gemeinde in der Pfalz bezeichnet sich selbstbewusst als „Toskana Deutschlands“ und hatte zum Wein-&-Kunst-Wochenende eingeladen. Kunst, Live-Musik, Wein und jede Menge Kulinarik – also genau das richtige Programm für Menschen, die eigentlich nur ein Wochenende wegfahren wollten und plötzlich einen ziemlich guten Grund haben, länger am Tisch sitzen zu bleiben. Campingmöglichkeiten gibt es in unmittelbarer Ortsnähe allerdings nicht. Zum Glück haben gute Freunde das Alte Pfarrhaus mitten im Ort in stylische Ferienapartments verwandelt. Weil das alles so fantastisch klingt überzeugen wir auch noch eine gute Freundin aus Bremen mitzukommen.

Besser geht’s kaum.

Mittendrin statt nur dabei verbringen wir ein langes Wochenende in Gleisweiler, genießen Wein, Kunst und Musik und machen zwischendurch noch Abstecher nach Landau und zur Kerwe nach Nußdorf. Wie immer bei guten Wochenenden kommt das Ende viel zu schnell. Camilla zieht es weiter zu einem Seminar nach Frankreich, während Joiz und ich vor der nächsten wichtigen Reiseentscheidung stehen:
Dahner Felsenland?
Eifel?
Mosel?
Nach kurzer Beratung, die vermutlich länger dauerte als nötig, fiel die Entscheidung zugunsten der Eifel. Unser Campingplatz liegt idyllisch unter hohen Bäumen direkt an einem kleinen Bach. Bei den Temperaturen ein echter Glücksgriff. Schatten, Wasser und Ruhe – eigentlich alles, was man braucht.

Na ja, fast.

Das platzeigene Wirtshaus und Café hat montags und dienstags geschlossen. Natürlich genau an den beiden Tagen, an denen wir da sind. Aber auch das gehört inzwischen zu unserem Reisekonzept: Wenn etwas nicht funktioniert, wird es eben als Teil des Abenteuers betrachtet.
Mittwochmorgen geht es weiter nach Belgien.
Ziel ist der Campingplatz Domaine Château de Dieupart bei Aywaille. Rund um das Schloss aus dem 16. Jahrhundert schmiegt sich der Campingplatz an die Ufer der Amel. Und diesmal scheint tatsächlich alles zu passen. Eine Taverne direkt auf dem Platz, Supermarkt und Boulangerie gleich um die Ecke und eine wunderschöne Landschaft drumherum. Camping kann so einfach sein. Aywaille ist zu Fuß in etwa 20 Minuten erreichbar und lockt uns am Freitag mit seinen Restaurants zu einem ausgiebigen Lunch.
Joiz hat allerdings eine andere Vorstellung von einem gelungenen Freitag.
Bei der Hitze bevorzugt er den Schatten der Markise und beschließt, den Tag entspannt auf dem Campingplatz zu verbringen. Zum Glück haben unsere netten holländischen Nachbarn inzwischen ein Auge auf ihn. Man könnte auch sagen: internationales Camping-Community-Babysitting.

Die Rückfahrt nach Bremen am Sonntag verläuft dann erstaunlich unspektakulär. Kein Drama, keine Umwege, keine gesperrten Strassen und vor allem: kaum Stau. Fast schon verdächtig. Ein Highlight gibt’s allerdings: Unser Defender überschreitet kurz hinter Münster die 300.000 Km Marke.

Jetzt stehen wieder zwei Wochen „Ruhezeit“ in Bremen an. Zumindest theoretisch. Denn am 20. geht es schon wieder weiter nach Gräfenhainichen zum Vanlife Ferropolis Festival.

Der Gasfuß darf sich also langsam wieder auf seinen nächsten Einsatz vorbereiten.

Und wir wissen ja inzwischen:

Je länger man zu Hause bleibt, desto schneller will man wieder los.

One Life. Live It.

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