als geplant.
So beginnt man ein Jahr mit einem Höhepunkt und endet – nach einer Tour de Force quer durch Deutschland und Frankreich – doch in Bremen: Willkommen zu unserer irrwitzigen Reise durch ein Jahr voller Abenteuer, Improvisation und unerwarteter Entdeckungen.
Anfang Januar war die Mission klar: Umzug von Heidelberg nach Ulm. Einfach, oder? Nun, wenn man in der Theorie lebt, vielleicht. Praktisch erwies sich unsere gemietete Wohnung in Ulm als ein Bauprojekt mit so viel Drama, dass es selbst für die besten Telenovelas zu kitschig wäre. Der Bauherr und der Architekt im Clinch, der Bauleiter winkt genervt ab, und die Handwerker? Die würfeln wohl, wer als nächstes die Baustelle boykottiert. April kam, die Wohnung blieb unbewohnbar, und wir? Wir zogen vorübergehend in ein Apartment so klein, dass selbst unser Hund eine Depression vortäuschte.
Zum Glück hatte unser treuer Defender endlich wieder Leben eingehaucht bekommen, und wir beschlossen, das Magenkribbeln mit einem Trip in die Normandie zu beruhigen. Frische Croissants und Meeresrauschen halfen, den Ulmer Baustellenfrust zu verdauen – zumindest für eine Weile.
Zurück in Ulm überschlugen sich die Ereignisse schneller als ein Artist im Zirkus. Camilla bekam Jobangebote, das Wetter spielte verrückt gut mit, und die Adventure South Side Messe in Friedrichshafen lockte. Camper angehängt, ab zur „Camp Area“ – einem Parkplatz mit dem charmanten Zusatz, dass Zeppeline alle halbe Stunde über unseren Köpfen brummten. Romantisch, wenn man bei Dauerdröhnen gut schläft. Die Messe selbst? Heiß, Fahrzeuge überall, aber wenig, was die Kreditkarte zum Zittern brachte. Die Abendkonzerte im Schotterparadies (aka Partyzelt) taten ihr Bestes, dem Ganzen einen Funken Glamour einzuhauchen.
Weiter ging es nach Freiburg, wo Camilla ein Seminar besuchte. Ein Rückweg nach Ulm war geplant, doch die Sonne und die Nähe zu Frankreich flüsterten: „Nordvogesen!“. Der Campingplatz Domaine du Heidenkopf, ein Häuflein Idylle im Wald, erwies sich als Oase. Mit regionalen Weinen und Pasteten im Gepäck und einem Hauch von Prominenz – dank eines Interviews mit France 3 – genossen wir die Tage. Der Abgang wurde durch ein mechanisches Malheur getrübt: Den Stecker an der Anhängerkupplung demoliert, standen wir da mit dem kuriosen Phänomen, dass nur noch das Standlicht beim Bremsen am Defender aufleuchtete.
Trotz fehlender Blinker und Bremslichter schafften wir es bis nach Nussdorf zu einem Weinfest mit Freunden – danke Alex und Mark für den grandiosen Abend! Ein Hoch auf den Bosch Kundendienst in Neckargemünd, der uns – ganz ohne Wartezeit – wieder auf Kurs brachte.
Eigentlich wäre jetzt Ulm dran gewesen, aber Camillas Vorstellungsgespräch im Norden rief und wir folgten. Der Campingplatz Dammhammer an der Lahn war ein Juwel. Zwei Tage lang saßen wir mit unseren Campingstühlen in der Lahn, kühlten Rosé im Fluss und ließen die Seele baumeln. Von dort tingelten wir nach Hannover, weiter zur Wohnungsbesichtigung nach Bremen und zurück nach Hannover. Jetzt im Norden, machten wir es uns am Stover Strand Camping bei Hamburg gemütlich – Elbe im Blick, Wasserpumpe repariert.
Ein Highlight folgte im Naturcamping Buchholz am Ratzeburger See: Morgens ein Sprung ins klare Wasser, tagsüber ein Abstecher nach Lübeck, wo uns Cafés und Läden begeisterten.
Ende August übernahmen wir unsere neue Bleibe in Bremen. Der Campingplatz Falkensteinsee, ein Luxuscamping mit sanitaren Anlagen wie im Vier-Sterne-Hotel und einem grandiosen Restaurant, sorgte für einen perfekten Abschluss. Jetzt, im November, sind wir in Bremen sesshaft, verliebt in die Stadt und begeistert von der Maritimen Woche, wo ich – als Pfälzer stolz wie Bolle – Flammkuchen genoss und am Weinstand von Tina Pfaffmann aus Nussdorf meinen Heimatstolz zelebrierte.
Ein Jahr wie eine Reise durch ein Zirkuslabyrinth – und Bremen ist unser krönender Schlussapplaus.
One Life – Live It!
Danke, dass ihr uns an euren Abenteuern teilhaben lasst!!!!