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… der Lockdown (sorry but no english version this time)

Vor ziemlich genau 13 Monaten kamen wir morgens um 6:30 Uhr in Heidelberg an. Es war Lockdown. Alle Geschäfte waren geschlossen und wir hatten keine Kleiderbügel. Klingt profan war es auch. In unserer neuen, teilmöbilierten Wohnung gab es zwar jede Menge Besteck, eine originalverpackte (old style) Kaffeemaschine und auch einen Kleiderschrank, aber eben keine Kleiderbügel. Wir konnten uns im Gegensatz zu Frankreich nun zwar frei (und mehr als eine Stunde pro Tag) bewegen, einem Teil unserer Klamotten war dagegen der Ausgang aus den Alukisten verwehrt.

Jetzt sind 13 Monate vergangen wir haben wieder/immer noch/mal wieder/schon wieder Lockdown, aber mittlerweile Kleiderbügel. Wir haben Heidelberg in den vergangenen 13 Monaten nur mit Einschränkungen erlebt und uns trotzdem oder gerade deswegen in diese Stadt verliebt.

Corona gab und gibt uns die Gelegenheit zur Reflexion. Nachdenken über das was (uns) wichtig ist (… Kleiderbügel gehören nicht dazu), Nachdenken über unsere Rolle und Aufgabe in der Gesellschaft, Nachdenken über das was Demokratie ausmacht und die Freude darüber das wir unsere Reise machen konnten.

Allen Einschränkungen zum Trotz habe wir neue Kontakte geknüpft, neue Freunde gefunden und den Kontakt mit alten Freunden unserer Reise gehalten. Zoom- und WhatsApp Videokonferenzen sind zwar kein Ersatz für rotweinschwangere Skippo-Abende oder Samstagmittag-Treffen im Bistro mit Austern und Weißwein, aber sie funktionieren über Ländergrenzen und Zeitgrenzen hinweg. Unsere virtuellen Gesprächsrunden mit Freunden in Süd-Korea, der Schweiz , Frankreich oder dem Norden Deutschlands helfen uns dabei die fehlende Mobilität besser zu ertragen.

Was mich persönlich erschreckt ist wie offensichtlich die gesellschaftlichen und strukturellen Probleme unserer Wohlfühlgesellschaft zu Tage treten. Die vorherrschende “me first” Einstellung einhergehend mit der Ablehnung anderer Meinungen lässt eine differenzierte Sicht auf die Pandemie offensichtlich nicht mehr zu. Es geht nur noch um schwarz oder weiss wobei es doch wirklich tolle Grautöne gibt . Deutschland baut (noch) die technisch fortschrittlichsten Autos der Welt während gleichzeitig einige Gesundheitsämter die Infektionszahlen noch per Fax an das RKI melden (aber nicht am Wochenende denn da ist Wochenende). Warum werden Einschränkungen die einem nicht gefallen mit Diktatur gleichgesetzt? Warum dieser Hass? Parteien mit einem christlich, demokratisch, sozial oder liberal im Namen lassen mich an der tieferen Bedeutung dieser Worte zweifeln.

Ich möchte lieber daran mitarbeiten mehr gelebte Liberalität in der Gesellschaft zu verankern. Probleme die uns als Allgemeinheit betreffen lassen sich nicht durch Ich-bezogene Individuen lösen.

In diesem Sinne hoffe ich, das wir im April 2022 rückblickend die Pandemie auch als etwas sehen das uns als Gesellschaft und Gemeinschaft weiterentwickelt hat. Es wird bestimmt nicht die letzte Pandemie gewesen sein.

PS: Das nachfolgende Bild das ich heute in der “Banksy – A Genius Mind” Ausstellung in Heidelberg gesehen habe, könnte auch einen Schnappschuss aus dem deutschen Parlament bei der Diskussion für die Handhabung von Covid-19 darstellen.

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