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„Peng“ – und schon sind 3 Monate Marokko wieder Geschichte. Toll war’s, auch wenn das Wetter seine Macken hatte. Aber wo sonst erlebt man an einem Tag Schnee (Hoher Atlas) und am nächsten 38° Celsius (Zagora). Durch die Sandstürme wissen wir jetzt wo in einem Defender die undichten Stellen sind (so ziemlich überall) und was unser James Baroud Dachzelt an Windstärken aushält (7-8 Beaufort, vielleicht auch mehr aber wir haben die Versuchsreihe dann doch lieber abgebrochen).

Wir haben es nach unserem Aufenthalt in Tafroute auch nicht mehr bis nach Boudnib geschafft. Das lag weniger an dem schrägen Namen unseres Ziels als vielmehr an unseren Freunden Olli und Lee, einem super Campingplatz und dem sonnigen und warmen Wetter in Zagora. Wäre da nicht der 21. März als Ausreisetermin gewesen, wären wir immer noch dort. Eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer für weitere 3 Monate ist theoretisch möglich, aber nach dem Studium diverser Blogs und den Erfahrungen ihrer Schreiber haben wir den Versuch erst gar nicht gestartet. Unsere Erfahrung in Agadir, bei der Neubeschaffung der verlorenen Einfuhrbestätigung für den Defender, hat uns gereicht. (Anm: Nach den gefundenen Informationen, braucht es zur Verlängerung neben der Besätigung eines Hotels oder Campingplatzes als temporären Wohnsitz, zwischen 6-8 Passfotos und Kopien aller Seiten des Reisepasses, sowie eine schlüssige Erklärung warum man länger bleiben will/muss („Marokko gefällt mir so gut“ ist dabei nicht ausreichend)).

Auf dem Rückweg sind wir in einer Etappe von Zagora über Ouarzazate nach Marrakech gefahren. Kurz hinter Ouarzazate hat uns der extrem böige Wind durch den „Beschuss“ mit Steinen noch 2 bleibende Erinnerungen in der Frontscheibe hinterlassen (hallo Carglas)  Auf dem Tizi N’Tichka Pass hat es geschneit und in Marrakech hat es geregnet (… und kühl war es noch dazu). Von einer Unlust getrieben für nur eine Nacht und bei Regen das Dachzelt aufzustellen haben wir uns für die Übernachtung in einem Berberzelt entschieden. Beste Entscheidung. Dannach ging es von Marrakech auf direktem Wege nach Tanger,  mit dem Ziel noch am gleichen Tag, oder spätestens Sonntag nach Tarifa überzusetzen.

Das Wetter hatte jedoch eine andere Agenda für uns ausgesucht. Starker Sturm und sintflutartiger Regen hatten den Fährverkehr zwischen Marokko und Spanien zum Erliegen gebracht. Auch war an eine Übernachtung im Dachzelt nicht zu denken. Da es in Marokko leichter ist mit einem Kamel als mit einem Hund ein Zimmer in einem Hotel zu bekommen, gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft nicht ganz einfach. Einzig das Hotel Ibis in Tanger akzeptiert Hunde (gegen einen Aufpreis von 12.50€/Nacht). Unser Zimmer glich den Zimmer im Ibis  Mataro (in dem wir dank dem defekten Turbolader 12 Nächte verbringen durften) bis auf das bekannte I-Tüpfelchen. Aber dieser ungeplante Aufenthalt erlaubte es uns Tanger besser kennenzulernen.

Mit der ersten Fähre ging es dann am Montag nach Tarifa.

Die Einreise zurück in die EU war einfacher als erwartet. Kein Beamter interessierte sich für unseren Hund bzw. die vor der Reise extra beschafften Nachweise über Impfungen und Antikörper. Nach der Überfahrt mit dem Scanner klopfte ein Zollbeamter mit dem Griff eines Schraubenziehers an der Karosserie unseres Defenders herum als ob er zur Antwort die Klopfzeichen illegaler Migranten erwartete. Es kamen aber keine und so waren die Einreiseformalitäten schnell erledigt.

Jetzt geniessen wir das stürmische und kühle Wetter in Tarifa und hoffen auf die versprochene Wetterbesserung.

Life is cool

 

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